Besser als ihr Ruf?


Besser als ihr Ruf?

Am 08.12.2025 lud die Politik-AG des Seminars, geleitet von Herrn Leeflang, den Jugendoffizier Hauptmann Yacout von der Bundeswehr und den Theologen und Lehrer Herrn Häge zu einer Podiumsdiskussion ein.

Die Themen der Diskussion wurden zuvor von uns in der AG beschlossen und mit Herrn Leeflang ausgearbeitet.

Während der Diskussion zeigte Herr Yacout zum einen die Perspektive und den Standpunkt der Bundeswehr auf, betonte dabei aber auch seine eigene Meinung, die er unabhängig von seinem Beruf/Auftrag äußern kann. Herr Häge, frisch gewähltes Mitglied der württembergischen Landessynode, brachte eine eher theologisch-pazifistische Perspektive mit ein.

Themen der Diskussion waren unter anderem „die Bundeswehr und ihr Auftrag“, „der Zustand der Bundeswehr“ sowie die „Militär- und Friedensethik“. Die Schülerschaft im voll besetzten großen Hörsaal zeigte ein großes Interesse, weshalb es zwischendurch immer wieder zu einem regen Austausch zwischen uns Schülern und den Gästen kam.

Besonders viele Fragen hatten wir zum neubeschlossenen „Wehrpflicht“-modell, da uns dieses Thema als Betroffene besonders wichtig ist. Einige Fragen konnten geklärt werden oder regten uns zum weiteren Nachdenken und Diskutieren an.

Wir als Schülerschaft haben uns über den Besuch sehr gefreut und bedanken uns bei allen Beteiligten für den gelungenen Abend.

Elena & Pia, Klasse 12


Planspiel UN-Sicherheitsrat


Kurz mal die Welt retten?

Im Rahmen der „Politischen Tage“ veranstaltete ein Team der LpB am Samstag 11. Januar ein Planspiel im Evangelischen Seminar. In der Simulation einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats versuchten die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe eine Resolution zu verabschieden, die eine Lösung des Nahost-Konflikts voranbringen sollte.

Erbittert wurde um einzelne Worte und Nuancierungen in der Formulierung gefeilscht und man konnte den Frust der Diplomaten gelegentlich mit Händen greifen. Am Ende wurde weder die Anerkennung Palästinas als Vollmitglied in die UNO, noch das „Selbstverteidigungsrecht Israels“ in der Resolution erwähnt. Insofern spiegelte das Planspiel die reale Situation wieder.

Mission „Weltrettung“ also gescheitert? Für den Moment vielleicht.

Was aber bleibt, ist die Erfahrung, dass vermeintlich einfache Antworten, die uns Populisten anbieten, meist nicht geeignet sind, komplexe Probleme nachhaltig zu lösen. Lebendige Demokratie bedeutet eben ein ständiges Ringen um Kompromisse, die einen gerechten Ausgleich der Interessen beinhalten.


Flüchtling oder Fachkraft?


Flüchtling oder Fachkraft?

Um es gleich vorwegzunehmen. Weder die „Flüchtlingskrise“ noch das Problem des Fachkräftemangels konnte an diesem Abend gelöst werden, als rund 20 Seminaristinnen und Seminaristen im Rahmen der Politik-AG mit Bürgermeister a.D. Andreas Felchle rund um das Thema Migration und Integration diskutierten.

Felchle outete sich als leidenschaftlicher Fan des Grundgesetzes und der Europäischen Integration und stellte die Menschenwürde und ein christlich geprägtes Menschenbild als Maxime seines Handelns als Bürgermeister dar. Gleichwohl habe es auch in Maulbronn Konflikte im Zusammenhang mit der Unterbringung der Flüchtlinge gegeben. Er sehe auch Probleme, wenn Parallelgesellschaften entstehen und folgert daraus, dass eine erfolgreiche Integration immer voraussetzt, dass beide Seiten – die Gesellschaft und die zu integrierenden Menschen – sich bemühen.

Beispielhaft konnten das die Schülerinnen und Schüler an der Migrationsgeschichte ihrer Mitschülerin Anna sehen, die erst vor zwei Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam und von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland berichtete, als sie noch kein Deutsch verstand. Das schnelle erlernen der Landessprache sieht sie als wichtigste Voraussetzung für ihre erfolgreiche und schnelle Integration.

Emotional wurde die Diskussion dann gegen Ende, als sich Felchle und auch die diskutierenden Schüler besorgt äußerten angesichts der hohen Zustimmungswerte für rechtsextreme und populistische Parteien.

Für den Initiator des Abends Matthias Leeflang bleibt trotz düsterer Prognosen aber ein positives Fazit: Wenn Jugendliche engagiert über verschiedene politische und gesellschaftliche Themen diskutieren, dann stärkt das die Demokratie. Von Politikverdrossenheit war am Mittwochabend im Großen Hörsaal des Seminars Maulbronn jedenfalls wenig zu spüren.


Katja Mast im Seminar


Katja Mast zu Besuch im Seminar

Nach dem Besuch der Klassen 10 und 11 bei der Bundestagsabgeordneten Katja Mast im deutschen Bundestag in Berlin erfolgte nun der Gegenbesuch. Ausgestattet mit Gesprächsbereitschaft, Interesse an den Belangen der Semis und kleinen Geschenken kam die erste Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion der SPD ins Seminar, stand den Fragen der Schüler:innen Rede und Antwort und erreichte sie durch ihre ehrliche und unprätentiöse Art.

Für diesen Besuch sind wir sehr dankbar!