Molières Die gelehrten Frauen aufgeführt von der Theater AG des Evangelischen Seminars
Zeugt es von Bildung, wenn man ins Theater geht, Gedichte liest, die Kasusflexion penibel beachtet, durch geistige Experimente Utopien entwickelt oder ist all das nur Fassade, ein letzter vergeblicher Versuch die eigene Selbstsucht und Aufgeblasenheit zu übertünchen? Dieser Frage hat sich in diesem Jahr die Theater AG des Seminars gestellt.
Die Folie, worauf sie in zwei Aufführungen am letzten Wochenende projiziert wurde, waren die Figuren Molières, die hinter ihrer angeblichen Ernsthaftigkeit und Kultiviertheit doch nur ihren eigenen Vorteil und Machterhalt bewahren wollen. Natürlich geht es noch einmal gut aus für die bürgerliche Gesellschaft, auf dem Weg wird jedoch einiges in Frage gestellt.
Die Schüler:innen des Seminars veranschaulichten mit ihrem abwechslungsreichen Spiel eindrucksvoll die im Stück angelegte Ironie, den Wortwitz und die Gesellschaftskritik Molières. Das (selbst-)bewusste Karikieren der Fächer Griechisch und Latein, die am Evangelischen Seminar unterrichtet werden, spricht für die Inszenierung des Stücks von Herrn Häge und Herrn Utz, welche vom Publikum mit mehrfachem Szenenapplaus honoriert wurde. Zur Beantwortung der eingangs gestellten Leitfrage sei nur so viel gesagt: Wer sich zu ernst nimmt, sorgt mitunter für große Heiterkeit!


























