Die Zehner:innen in Blaubeuren


Von unerwarteten Stopps und offenen Türen – die Zehner:innen in Blaubeuren

Manchmal beginnt ein Abenteuer mit einem unerwarteten Halt: Kurz vor Ulm stand der Zug plötzlich still – Gleisstörung. Doch statt Frust gab es eine spontane Rettungsaktion: Unsere Gastgeber:innen aus Blaubeuren holten uns ab. Besser hätte die Einstimmung kaum sein können.

Nach der gemeinsamen Fahrt zum Seminar, herzlicher Begrüßung und dem ersten Abendessen war schnell klar: Diese Tage würden von Begegnungen leben. Beim Kennenlernabend wurde gelacht, in der Abtskapelle innegehalten. Spätestens da fühlte es sich ein bisschen wie Zuhause in Maulbronn an.

Der nächste Tag brachte Kopf und Herz in Bewegung: Projektunterricht, gemeinsames Übersetzen und Nachdenken über das Gleichnis vom Sämann, und am Nachmittag der Blick von ganz oben bei der Besteigung des Ulmer Münster. Abends Gespräche in der Bar, Pony und Karten auf den Tischen. Die Gespräche zogen sich bis zur Andacht.

Am Donnerstag schließlich noch einmal gemeinsam Lernen, Entdecken und ein Abstecher ins URMU, bei dem die kulturelle Evolution des Menschen alle fesselte. Dann ging es wieder zurück nach Maulbronn und direkt in die Chorproben; ein wenig müde, aber zufrieden.

Was bleibt? Dankbarkeit für enorme Gastfreundschaft, viele erstarkte Verbindungen und die Erinnerung daran, dass selbst eine Zugpanne der Anfang von etwas richtig Schönem sein kann.

 


Weihnachtsfeier am Seminar


Weihnachtsfeier am Evangelischen Seminar

Mit einem festlichen Gottesdienst und einem innovativen Krippenspiel gestaltet das Seminar seine Weihnachtsfeier 2025 als Auseinandersetzung mit der Weihnachtsbotschaft. Im Zentrum steht ein mehrszeniges Krippenspiel, das Weihnachten aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: als theologisches Denkereignis, als idealisiertes Familienfest, als himmlisches Spektakel voller Glanz und Gloria und als bodenständige Feier der Bescheidenheit. Theolog:innen, Familienbeauftragte, Engel und Hirten geraten dabei in einen Dialog über Sinn, Anspruch und Gestaltung des Festes. In der abschließenden Einigung wird deutlich: Weihnachten lässt sich nicht auf Intellekt, große Inszenierung oder schlichte Reduktion festlegen. Der Kern der Botschaft führt zur Geburt des Kindes und zur Zusage der unendlichen Liebe Gottes.

Darüber hinaus folgt am Seminar alles dem Ritual: Seminarorchester und -chor rahmen den Gottesdienst ein, die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium wird in griechisch-deutscher Lesung zelebriert und um das Kreuz in der Klosterkirche erklingt „Es ist ein Ros entsprungen“. Der Seminarförderverein übergibt in schöner Tradition den Zehner:innen das Novum Testamentum Graece und den Hebraist:innen das Losungsbuch 2026 in den Ursprachen. Nicht zuletzt wird auch die Arbeit des Kollegiums und der Mitarbeitenden im festlichen Rahmen gewürdigt.

Wir wünschen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!


Adventsfrühstück im Seminar


Adventsfrühstück im Evangelischen Seminar Maulbronn

Und wieder stand unser Adventsfrühstück bevor! Gemeinsam singen, miteinander genießen, zur Ruhe finden und mit einem offenen, frohen Herzen in den Adventssonntag gehen – all das, was diesen Morgen zu etwas Besonderem macht.

Der erste Advent markiert den Beginn einer Zeit der Erwartung. Wir stimmen uns innerlich wie äußerlich ein, fühlen uns getragen von unserer Seminargemeinschaft und freuen uns auf das vertraute Ritual, das uns jedes Jahr aufs Neue verbindet. Zugleich spüren wir, wie sehr die adventliche Stille im Widerspruch zu den Anforderungen unserer Gegenwart steht: zu dem Tempo, dem Druck, die oft unseren Alltag bestimmen.

Gerade in diesem Spannungsfeld kann die Adventszeit eine wertvolle Kraftquelle sein. Vielleicht liegt gerade auch darin die besondere Stärke dieser Wochen – im Innehalten und im Vertrauen darauf, dass Licht auch in schwierigen Zeiten aufscheinen kann. Mit dem Basteln von Sternen wurde zumindest am Seminar sogleich begonnen!

 

Wir wünschen allen eine gesegnete und friedvolle Adventszeit!

P.S. Unsere Zwölfer:innen laden Sie während des Maulbronner Weihnachtsmarktes am 6. und 7. Dezember herzlich zu selbstgemachter Tomatensuppe und Punsch in die schöne Klostermühle ein!


Klostertag im Semi


Klostertag im Evangelischen Seminar

Auch in diesem Jahr tauschten unsere Schülerinnen und Schüler für einen Tag ihre Alltagskleider gegen weiße Kutten und schlüpften in die Rolle von Zisterziensermönchen und -nonnen. Beginnend mit einer Andacht im Chorgestühl und einer anschließenden Kerzenprozession im Kreuzgang startete der Klostertag 2025 stimmungsvoll. Danach schliefen die Jungen alle gemeinsam im Audimax und die Mädchen im Oratorium, ein Gemeinschaftsgefühl der besonderen Art. Der nächste Morgen startete mit Glockengeläut, das jede und jeden zur Morgenandacht um 6 Uhr ins Chorgestühl rief. Ab dann hieß es der Mönchsregel folgend abwechselnd: „ora et labora“, es wurde gebetet und gearbeitet und wie schon bei den Zisterziensern damals dazwischen geschwiegen.

Den Klostertag begleiteten in diesem Jahr sechs Meisterinnen und Meister ihres Handwerks. Angeboten werden konnte Töpferei, Imkerei, Buchbinden, mittelalterliches Kochen, Kräuterkunde und die Arbeit als Steinmetz. Was die Schüler*innen in diesen Projektgruppen mit ihrer Hände Arbeit herstellen, präsentieren sie im Anschluss gerne und nehmen es mit stolzgeschwellter Brust nach Hause, um es dort Freunden und Familie zu zeigen.

Dieses besondere Angebot sucht landauf, landab seinesgleichen. Was wir hier leben, verbindet unser Schulprofil als kirchliches Internat mit unseren gelebten Werten der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Was die Jugendlichen darüber hinaus an neuen Erfahrungen sammeln, kann in keinem Unterricht vermittelt werden. Somit sind wir als Schule und als Organisator*innen vollstens zufrieden mit den Ergebnissen des Klostertags und freuen uns wie immer schon heute aufs nächste Jahr.


Austausch mit Blaubeuren


Die Evangelischen Seminare Maulbronn und Blaubeuren begegnen sich

Zum sechsten Mal fand vom Dienstag, den 18. bis zum Donnerstag, den 20. Februar der Austausch zwischen den beiden Evangelischen Seminaren des Landes Baden-Württemberg statt: Die 9. Klasse des Evangelischen Seminars Blaubeuren besuchte das hiesige Seminar in Maulbronn und die Maulbronner 10. Klasse fuhr nach Blaubeuren.

Der gegenseitige Besuch dient dazu, dass sich sowohl Schüler:innen als auch Lehrer:innen der beiden „Schwesterschulen“ kennenlernen, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer beiden Schulen aufmerksam werden, voneinander und miteinander lernen. Während des zweitägigen Austausches hat man im Unterricht Textpassagen im Neuen Testament in der Originalsprache, dem Altgriechischen, gelesen und übersetzt, sich im Religionsunterricht inhaltlich mit den Textaussagen auseinandergesetzt und im Musikunterricht gemeinsam musiziert. Außerunterrichtlich wurden die jeweiligen Routinen und Abläufe im Internatsbetrieb miteinander verglichen und bei verschiedenen Spieleabenden konnte man gemeinsam Freizeit verbringen.

Die Zeit der Begegnung wurde als viel zu kurz empfunden, aber der Austausch wird ja im nächsten Jahr weitergeführt. Und nach der freundschaftlichen Verabschiedung vor der Abfahrt zu urteilen, müsste der Austausch auch wieder im nächsten Jahr ein Erfolg werden.


Adventsfrühstück


Adventsfrühstück am Seminar

Wie jedes Jahr fand am vergangenen Sonntag das Adventsfrühstück am Evangelischen Seminar statt. Ein – im Vergleich zum normalen Frühstück – ganz besonderer Morgen: Die erste Kerze des Adventskranzes brennt, es gibt Rührei und Gutsle, alle sind fein gekleidet und haben ein nicht herauszubekommendes Lächeln im Gesicht. Man könnte annehmen, dass alle von einer Idee überzeugt sind, die sich im Text des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Adventsliedes „O Heiland, reiß die Himmel auf“ äußert. Die dritte Strophe lautet dort:

O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,

dass Berg und Tal grün alles werd.

O Erd, herfür dies Blümlein bring,

o Heiland, aus der Erden spring.

Welch ein schöner aber doch eher naiver Wunsch! Aus dem Inneren der Erde soll eigenständig eine zierliche Blume erwachsen, welche die ganze Erde wieder zu einem wohlriechenden und heilsamen Ort machen wird. Und das auch noch ohne unser Zutun! Als ob es reichen würde, verbindende Wertevorstellungen, Gemeinsinn und Solidarität sich zu wünschen. Nein, es reicht nicht. Was aber mit einem Adventsfrühstück einhergeht, ist die Wiederholung einer für uns wichtigen Praxis, die eben durch die Wiederholung zum Einüben eines Bewusstseins von Zusammenarbeit und Dankbarkeit wird. Und seien wir doch mal ehrlich, brauchen wir nicht alle etwas mehr Übung in den Dingen, die zueinander führen?

Wir wünschen allen eine schöne Adventszeit!


Was für ein Zwölferkonzert!


Unser Zwölferkonzert

Unter dem selbstgewählten Motto Wellen der Erinnerung nahmen die Zwölfer:innen der Promotion 21/25 des Evangelischen Seminars alle anwesenden Gäste am Samstag, den 12. Oktober auf eine musikalische Fährfahrt in der Winterkirche des Klosters mit. Als Kapitän:innen fungierten die drei Chorleiter:innen der Klasse, die gekonnt auf dem Meer der Pop- und Gospelmusik durch ihr eigenes Seminarleben lotsten. Begleitet von selbst verfassten literarischen Beiträgen wurden die Wellen des Lebens und Lernens der Promo 21/25 am Seminar genommen und auf herzerwärmende Weise den Passagieren der Fahrt präsentiert.

 

Was es bedeutet, eigenständig ein Konzertprogramm auf die Beine zu stellen, monatelang zu proben, sich einem Publikum zu stellen und als Klasse miteinander zu musizieren, das haben die Zwölfer:innen auf eindrückliche Weise vorgemacht und damit die Passagiere ihrer Seminarreise begeistert. Danke für die gute Fahrt auf euren Wellen der Erinnerung!


50 Jahre Mädchen am Seminar Blaubeuren


50 Jahre Mädchen am Evangelischen Seminar Blaubeuren

Am Freitag, den 11. Oktober gab es für die Evangelischen Seminare Württembergs etwas zu feiern: 1974 wurden am Evangelischen Seminar Blaubeuren erstmals Mädchen aufgenommen. Aus diesem Anlass wurde Blaubeuren zum großen Treffpunkt. Nahezu das gesamte Evangelische Seminar Maulbronn, Zeitzeuginnen der ersten Promotion, Semis verschiedener Generationen und Vertreter:innen der Seminarstiftung begaben sich auf die Reise. Ziel der Veranstaltung war es, sich dem Thema sowohl wissenschaftlich zu nähern, um nach dem Blick in die Vergangenheit nach vorne zu schauen, als auch Raum zum Austausch zu bieten.

Die Vorsitzende des Vorstands der Schulstiftung, Oberkirchenrätin Carmen Rivuzumwami, legte gleich zu Beginn des Festakts den Finger in die Wunde und wies darauf hin, dass sich das protestantische Potential in Bezug auf die Gleichberechtigung leider erst Jahrhunderte später vollendete. Es sei aber umso besser, so Rivuzumwami, dass sich dies, wenn auch verspätet, verändert habe und ein Geist des Miteinanders in Vielfalt die heutigen Seminare durchziehe.

Die gesellschaftlichen Entwicklungen Ende der sechziger Jahre erläuterte in ihrem erhellenden Vortrag die Pfarrerin und Historikerin Dr. Karin Oehlmann. Sie zeigte auf, dass sowohl die sinkenden Zahlen in den Seminaren als auch die damals geplante Reform der Bildungslandschaft, die in der Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems bestand, dazu führten, dass die Aufnahme von Mädchen in die Seminare als konstruktivste Maßnahme gesehen wurde, um die Evangelischen Seminare vor einem drohenden Niedergang zu bewahren. Dass mit der ersten Seminaristin, Hermine Müller, im Jahr 1969 im Seminar Schöntal eine Katholikin aufgenommen wurde, ist hierbei ein amüsantes Detail.

Auf großes Interesse stieß anschließend das Gespräch mit Hannelore Bohner, Barbara Hinzpeter und Cornelia Bossert – drei Seminaristinnen, die noch vor der Öffnung Blaubeurens für Mädchen 1971 in das Seminar Schöntal gekommen waren. Dass ihnen eine aufregende Welt in den Seminaren eröffnet wurde, die sie zum ersten Mal als Mädchen zusammen mit ihren neuen Klassenkameraden erkunden konnten, berichtete auch die Regionalbischöfin im Sprengel Hildesheim-Göttingen, Dr. Adelheid Ruck-Schröder. Ein Punkt, der alle Seminaristinnen miteinander verband – darunter auch die Jüngste unter ihnen, Theresa Löhr (Abi 2024) – bestand darin, dass ihnen von ihren Lehrer:innen an den Evangelischen Seminaren Welten erschlossen wurden, wofür sie alle dankbar sind.

Gelegenheit sich über die geäußerten und die eigenen Erfahrungen an den Seminaren auszutauschen, bot sich anschließend allen Anwesenden. Mit zwei gemeinsam gesungenen Liedern der Chöre der beiden Seminare Maulbronn und Blaubeuren ging es über zu einer Andacht in der ehemaligen Laienkirche, in der alle Gäste der Feier die wohltuende Gemeinschaft in den Seminaren erfahren durften.


Einladung zum 12er-Konzert


Einladung zum 12er-Konzert

Unter dem Motto Wellen voller Erinnerungen geben unsere aktuellen Zwölfer:innen der Promo 21/25 ein Konzert, das von einem bunten musikalischen Programm bis hin zu exklusiven Einblicken in das Seminarleben reicht. Das Konzert wird eigenständig von den Semis konzipiert, organisiert und durchgeführt.

Lassen Sie sich überraschen!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch am 12.10.2024 um 17 Uhr in der Winterkirche des Klosters Maulbronn!

Der Eintritt ist frei.


Auf in den Wald!


Auf in den Wald!

Am vergangenen Sonntag machte sich eine Gruppe Semis aus allen Promos und ein paar Ehemalige mit Frau Riethmüller und Frau Karmrodt gemeinsam auf den Weg in die Wälder Maulbronns. Auf bequemen Schotterpfaden, aber auch durch Matsch, Brennnesseln, über und unter Baumstämmen hindurch erlebten wir so manches Abenteuer auf dem Weg zum geheimnisvollen Aussichtspunkt Reichshaldener Köpfle.

Gestärkt durch Kekse und Saft ging es anschließend wieder heimwärts nach Maulbronn. Das war eine gute Zeit mit guten Gesprächen, lautstarkem Mitsingen bei Lieblingshits und vielen kleinen Naturerlebnissen. Das machen wir mal wieder!